Die Schweiz ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes Land. Wir sind zwar klein, leisten uns aber den Luxus von vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.
Was kulturell eine Bereicherung ist, stellt einen beim Aufbau eines Unternehmens vor ganz praktische Herausforderungen. Wenn wir mit MEER3D starten, wollen wir natürlich nicht nur unsere direkte Nachbarschaft in der Ostschweiz ansprechen, sondern potenziell Kunden im ganzen Land.
Und da stand ich nun vor der Frage: In welchen Sprachen müssen wir unsere Webseite und unsere Services anbieten?
Der Wunsch vs. Die Realität
Der Idealfall wäre natürlich ein komplett dreisprachiger Auftritt (Deutsch, Französisch, Italienisch – Rätoromanisch klammern wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen an dieser Stelle aus).
Aber dann schlug die Realität zu. Ganz ehrlich: Eine Webseite in drei Sprachen zu pflegen, von denen ich zwei nicht verhandlungssicher beherrsche, macht zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn. Ich müsste externe Übersetzer beauftragen für jeden kleinen Textbaustein. Schlimmer noch: Ich hätte am Ende keine direkte Kontrolle darüber, was genau auf meiner eigenen Webseite steht und ob der fachliche Ton trifft. Dieser Kontrollverlust ist für mich am Anfang ein zu grosses Risiko.
Die pragmatische Lösung: Englisch als Brücke
Wir haben uns daher entschieden, es einfacher und pragmatischer zu halten.
Die Geschäftswelt wird zunehmend internationaler. Englisch ist längst nicht mehr nur eine Schulsprache, sondern in der Industrie und im Tech-Bereich (wo wir uns mit 3D-Druck bewegen) der Standard. Viele Menschen in der Romandie oder im Tessin, die sich für unsere technischen Dienstleistungen interessieren, sprechen eher Englisch als Deutsch – und umgekehrt.
Die Entscheidung ist daher gefallen: Wir starten zweisprachig – Deutsch und Englisch.
Fokus auf das Wesentliche
Für den Start ist das die bessere Entscheidung. Es reduziert den administrativen Aufwand massiv. Ich habe aktuell noch so viele Baustellen, um den operativen Betrieb zum Laufen zu bringen, dass ich mich nicht auch noch um das Management von drei oder vier Sprachversionen kümmern kann.
Wir wollen lieber zwei Sprachen richtig gut machen, als drei nur halbherzig. Ob wir später weitere Landessprachen hinzufügen? Das lassen wir offen, wenn der Bedarf da ist und die Ressourcen es zulassen.
Wie seht ihr das? Kommt ihr im Geschäftsalltag in der Schweiz mit Deutsch und Englisch durch, oder erwartet ihr zwingend die lokale Landessprache?