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Die Kunst der Preiskalkulation - oder warum wir ein eigenes Odoo-Modul gebaut haben

Wenn Excel nicht mehr reicht: Ein Deep Dive in unsere Entwicklung eines vollautomatisierten Odoo-Moduls mit Docker-Containern und Headless-Slicer für präzise Angebote auf Knopfdruck.
27. Januar 2026 durch
Die Kunst der Preiskalkulation - oder warum wir ein eigenes Odoo-Modul gebaut haben
MEER 3D Technologies

In den letzten Tagen habe ich mich einer Aufgabe gewidmet, die für jedes produzierende Unternehmen das Rückgrat bildet: die Preiskalkulation.

Als Firma, die sich intensiv mit 3D-Druck beschäftigt, werden wir natürlich auch Bauteile für Kunden fertigen. Zwar ist die Lohnfertigung nicht unser primäres Hauptgeschäft, aber es ist eine logische Ergänzung unseres Portfolios. Doch wer fertigt, muss auch rechnen können – und zwar präzise.

Die Suche nach dem perfekten Tool

Mein Ziel war klar: Ich muss Preise schnell und effizient berechnen können, und zwar so, dass alle Kosten gedeckt sind. Ich habe mir viele bestehende Kalkulations-Tools angesehen. Das Problem? Bei fast jedem fehlte etwas.

Oft liess sich die Berechnung nicht an unsere Bedürfnisse anpassen, oder – und das war der Knackpunkt – es fehlte eine API-Schnittstelle zu Odoo. Ich habe keine Lust, Daten manuell hin und her zu kopieren, und diesen Medienbruch möchte ich auch meiner Frau und zukünftigen Mitarbeitern nicht zumuten. Prozesssicherheit sieht anders aus.

Ein kurzer "Geheimtipp" vorab 💡

Bevor ich zu meiner Lösung komme: Wer eine hervorragende Standalone-Lösung sucht und nicht selbst programmieren möchte, dem lege ich wärmstens druckertyp-o-mat.org ans Herz. Der TikToker "Druckertyp" hat hier einen der besten und vollständigsten Rechner entworfen, die man aktuell finden kann. Absolute Empfehlung!

Unsere Lösung: Ein massgeschneidertes Odoo-Modul

Da ich aber die tiefe Integration wollte, gab es nur einen Weg: Ich musste ein eigenes Odoo-Modul entwickeln.

Der grosse Vorteil dieser Lösung liegt im Workflow:

  1. Berechnung: Die Daten werden erfasst (oder automatisch ermittelt).

  2. Angebot: Aus der Kalkulation wird per Klick ein Angebot.

  3. Auftrag: Bei Annahme wird daraus ein Auftrag.

  4. Fertigung: Der Auftrag löst direkt den Fertigungsauftrag (MO) aus.

Zudem ermöglicht es uns, auf der Webseite einen vereinfachten Rechner für Kunden anzubieten. Dieser gibt einen Richtpreis aus. Warum nur ein Richtpreis? Weil Kunden oft vergessen, Stützstrukturen (Supports) einzukalkulieren oder ein Material wählen, das für den Einsatzzweck technisch nicht ideal ist. Die finale Kontrolle bleibt also bei uns.

Die Technik dahinter: Docker & Headless Slicer ⚙️

Die Entwicklung in Odoo ist dank Python relativ angenehm. Da ich bereits früher einen Rechner auf .NET-Basis entwickelt hatte, lagen die mathematischen Formeln und Felder schon bereit.

Die härteste Nuss war jedoch die Anbindung an den Slicer. Ich wollte, dass wir ein 3D-Modell hochladen können und das System automatisch Gewicht und Druckzeit ausspuckt.

Die Lösung: Der Prusa Slicer in der Headless-Variante. Dieser läuft isoliert in einem Docker Container und wird nur dann gestartet, wenn eine Berechnung angefordert wird. Das Ergebnis wird direkt an Odoo zurückgemeldet.

Fazit

Rund 5 Tage hat die Entwicklung gedauert – und jede Stunde hat sich gelohnt. Wir haben nun ein System, das exakt auf uns zugeschnitten ist, Zeit spart und Fehler vermeidet.

P.S.: Ob ich dieses Modul irgendwann im Odoo Store veröffentliche? Das lasse ich noch offen. Aktuell ist es unser interner Wettbewerbsvorteil. 😉

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