Da wir intensiv mit 3D-Modellen arbeiten, musste ich mich entscheiden, auf welches Pferd wir setzen. Der Markt für CAD-Programme ist riesig und unübersichtlich. Um ehrlich zu sein: Die Entscheidung fiel mir alles andere als leicht.
Der Unterschied: Künstlerisch vs. Technisch
Zuerst musste ich aussortieren, welche Art von Programm wir überhaupt brauchen. Oft wird beispielsweise Blender genannt. Blender ist ein fantastisches Tool für 3D-Rendering und Animationen. Man kann damit tolle Figuren erstellen oder Sculpting betreiben – aber für technische Konstruktionen ist es nicht das richtige Werkzeug.
Was ich brauchte, war ein echtes CAD (Computer-Aided Design) für präzise, technische Bauteile.
Die Kandidaten
Ein paar grosse Namen stachen mir sofort ins Auge:
Shapr3D
Autodesk Fusion (ehemals Fusion 360)
FreeCAD
SolidWorks
Doch welches davon bringt uns langfristig weiter? Mit Shapr3D hatte ich bereits Erfahrungen gesammelt und fand es sehr intuitiv. SolidWorks kannte ich durch meinen Schwiegervater – ein sehr mächtiges Tool.
Mein Anforderungskatalog
Um eine rationale Entscheidung zu treffen, habe ich meine Anforderungen definiert:
Plattform: Es muss nativ auf Mac und Windows laufen.
Lernkurve: Die Einarbeitungszeit sollte sich in Grenzen halten.
Kosten: Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen (gerade für Startups).
Verbreitung: Wie gross ist die Community? Finde ich Hilfe, wenn ich sie brauche?
Die Auslese
SolidWorks fiel leider direkt durch Punkt 1 aus dem Rennen. Es ist zwar ein Industriestandard, aber auf dem Mac gibt es lediglich eine Web-Oberfläche und keine native Installation. Da ich nicht immer zwingend online sein möchte, um arbeiten zu können, war das ein K.O.-Kriterium. Zudem sind die Preise für kleine Unternehmen massiv.
FreeCAD schied bei Punkt 2 aus. Ich habe es versucht, aber ich fand die Bedienung mühsam und die Lernkurve extrem steil. Wenn die Software den Workflow bremst, statt ihn zu unterstützen, ist sie raus.
Blieben also noch Shapr3D und Autodesk Fusion.
Da wir die Software kommerziell nutzen, reicht eine kostenlose Version meist nicht aus (bei Shapr3D fehlt hier beispielsweise der hochauflösende Export). Fusion konnte ich kostenlos testen, ist aber in der regulären kommerziellen Variante teurer als Shapr3D.
Die Entscheidung: Warum es Autodesk Fusion wurde
Anfangs wirkte Fusion auf mich etwas überladen. Aber das besserte sich mit der Zeit schnell. Der Workflow macht Sinn, und es gibt Funktionen, die in Shapr3D schlichtweg (noch) nicht vorhanden sind.
Auch der Punkt Verbreitung ging an Fusion: Innerhalb der Maker-Szene und im 3D-Druck-Bereich ist es unglaublich weit verbreitet. Man findet für jedes Problem ein Tutorial.
Der ausschlaggebende Punkt war am Ende jedoch das Lizenzmodell für Gründer. Auch wenn SolidWorks der Standard ist: Bei Fusion gibt es die Startup-Lizenz. Das bedeutet (aktuell) rund 50 Euro pro Jahr für drei Jahre. Ein unschlagbares Argument für ein Profi-Tool.
Fazit: Mittlerweile arbeite ich sehr gerne mit Fusion. Man kommt schnell rein, findet sich zurecht und die Möglichkeiten sind enorm. Ich kann es daher auch für Makers und Startups absolut empfehlen.